Interlaken, Matten, Unterseen


Entscheidend für die Entwicklung des ‚Bödelis’ war das Anfang des 12. Jahrhunderts gegründete und 1133 erstmals erwähnte Augustinerkloster. Das Kloster Interlaken, das seit 1224 dem Schutz der aufstrebenden Stadt Bern unterstellt war, wurde zu einem der grössten Grundbesitzer in der näheren und weiteren Umgebung. Durch seinen Reichtum und seine weitläufigen Beziehungen zog es viele Händler und Gäste an.

Später wurde dem Männerkloster auch ein Frauenkloster mit zeitweise über 300 Nonnen angegliedert. Finanzielle Belastungen und Unstimmigkeiten führten 1484 zur Aufhebung des Frauenklosters. Mit der Reformation im Stande Bern kam 1528 das endgültige Aus für das Kloster. Von nun an dienten die Räumlichkeiten dem bernischen Landvogt als Amtssitz. In der folgenden Zeit wurde die Klosterkirche zweckentfremdet, diente als Fass- und Wagenscheune und zerfiel. Erst 1909 wurde auf den Grundmauern des ehemaligen Kirchenschiffes die protestantische Kirche errichtet. Die Katholiken bauten zur gleichen Zeit ihr Gotteshaus unmittelbar daneben.

Interlaken, das ehemalige Aarmühle

Die heutige Ortschaft Interlaken hiess früher Aarmühle. Die Klostermühle, welche dem Dorf den Namen gab, gehörte seit 1562 der Landvogtei. Ab 1708 aber standen die vier Mühlräder zur Aarmühle still. Noch heute erinnert der Mühlekanal an das frühere Gewerbe. Im Jahre 1891 gelang der Gemeinderat mit dem Gesuch an die Regierung, den Ortsnamen "Aarmühle" in den allgemein gebräuchlichen Namen "Interlaken" abzuändern. Denn bereits geografische Karten, Reisehandbücher, Fahrpläne und sogar die Werbung trugen den Namen Interlaken. So wurde im Dezember 1891 vom Regierungsrat gestattet, den Namen "Aarmühle" in "Interlaken" zu ändern.

Matten

In einer Urkunde von 1183 kann der Name "Interlacus-Madon" erstmals gefunden werden. Eine weitere Erwähnung von Matten kann 1242 gefunden werden: eine Schmiede mit Pintenrecht, wahrscheinlich der heutige Gasthof Hirschen. Die heutige Gemeinde Matten entstand aus der damaligen Bäuertgemeinde Matten. In historischen Zeiten teilten sich die Bäuertgemeinden Aarmühle (Interlaken), Wilderswil und Matten die Ländereien zwischen Lütschine und Aare. 1838 überwarfen sich die Bäuertgemeinden Matten und Aarmühle. Die Mattener lösten sich von den Aarmühlern und gründeten die Einwohnergemeinde Matten. Das heutige Gemeindewappen wurde erst 1945 vom Gemeinderat genehmigt.

Unterseen, die oberste Stadt an der Aare

Am 13. Juli 1279 erteilte König Rudolf I. von Habsburg dem Freiherrn Berchtold III. von Eschenbach-Oberhofen die Erlaubnis, zwischen den beiden Seen eine Feste zu bauen. Die neue Befestigung erhielt dabei auch das Stadtrecht. Die junge Stadt war in ständigem Streit mit dem Kloster Interlaken und suchte daher schon früh den Schutz der Stadt Bern. Während der Reformation wandte sich Unterseen gegen das Kloster Interlaken und wurde für seine Treue mit der Alp Sefinen belohnt. 1470 brannte Unterseen zum zweiten Male nieder und Bern befahl den Wiederaufbau mit einem Stadthaus in der Mitte. Nach der Helvetik war Unterseen ein Zentrum des Widerstandes gegen die wieder hergestellte Berner Feudalherrschaft. Im Jahre 1815 kam es zu den Interlakner Wirren, in denen Bürger von Unterseen eine wichtige Rolle spielten. Im aufkommenden Tourismus ab 1750 spielte Unterseen eine wichtige Rolle, noch vor Interlaken, die es erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts einbüsste.

Das Dreigestirn


Eiger

Der Name «Eiger» stammt vom mittelhochdeutschen Hej-Gêr, was „hohe Spitze“ oder „hoher Ger“ bedeutet und noch im gebräuchlichen Dialektwort „Hoger“ enthalten ist.

Mönch

Der Name «Mönch» hat nichts mit den Klosterbrüdern von Interlaken zu tun. An seinem Fuss befinden sich Alpweiden, auf welchen früher, als die Pferdezucht im Oberland noch heimisch war, Münche, also Wallache, gesömmert wurden. So hat man den über den Münchenalpen gelegenen Berg Münchenberg geheissen und schliesslich nur noch Münch oder Mönch.

Jungfrau

Wenn beim Mönch die Fährte nicht zum Kloster Interlaken lief, so tut sie es bei diesem Berg. Die Augustinerinnen besassen an den Nordwesthängen der Jungfrau eigene Alpen, wie sie auch solche in Wengen und Wengernalp hatten. Sie hiessen im Volk einfach Jungfrauenberge. Diese allgemeine Bezeichnung hat nun im Laufe der Zeit dazu geführt, dass sich der Name von den simplen Kuhalpen, auf welchen die Nonnen Alpwirtschaft betreiben liessen, bis hin auf den höchsten Gipfel des Massivs einbürgerte und so geblieben ist.

Quelle: „Mein Thunersee“, Markus Krebser, Krebser Verlag Thun


Berühmte  Gäste

Johann Wolfgang Goethe

Der berühmteste Gast des Oberlandes war im 18. Jahrhundert zweifellos der Dichterfürst.

Lord Byron

Der grösste englische Dichter unternahm ab 1816 manch ausgedehnte Reise ins Oberland.

Felix Mendelssohn

Der grosse Musiker kam bereits als Knabe nach Interlaken, das letzte Mal 1847. Bekannt ist auch, dass er mehrmals auf der Orgel der Burgkirche in Ringgenberg spielte. Er verhalf dem Namen Interlaken in seinem Kulturkreis zu einem guten Ruf. Seine Nachkommen besitzen noch heute das Anwesen "Ried" oberhalb Wilderswil.

Thomas Cook

Thomas Cook organisiert 1855 die erste Europa-Rundreise für britische Touristen.

Lev Nikolajewitsch, Graf Tolstoj

Während seiner ersten Auslandreise besuchte der Schriftsteller Tolstoi 1857 auch die Schweiz. Am 30. Mai dieses Jahres weiss man, dass er Bönigen besucht hat.

Mark Twain

Der amerikanische Schriftsteller wusste 1878 den Komfort des damaligen Hotels Victoria zu schätzen.

Bauten


Zu den bedeutendsten historischen Bauten auf dem Bödeli gehören:


Gasthäuser

Das älteste Hotel auf dem Platz ist das Hotel Interlaken. Als Klosterherberge und ehemaliges obrigkeitliches «Gasthaus» ist es schon seit 1491 bekannt und war Absteigequartier berühmter Gäste wie Lord Byron und Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Das Hotel Neuhaus war ebenfalls bereits im 15. Jahrhundert als Gasthaus bekannt. Beim damaligen Landeort der Thunerseeschiffe fand ein belebter Güterumschlag statt.

Auch der Name des Mattenwirtshauses, heutiger Gasthof Hirschen, erscheint schon im Jahre 1581. 


Eine weitere Herberge war zu alten Zeiten das Stadthaus Unterseen. Der Bau stammt aus dem Jahre 1471 und diente als Kauf- und Rathaus. An seiner Stelle wurde dann 1819 das Stadthaus errichtet. In den Anfängen des Fremdenverkehrs war Unterseen der Ausgangspunkt für die beliebten Reisen durch das Oberland. Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe ist auf seiner ersten Schweiz-Reise im Jahre 1779 im Stadthaus Unterseen abgestiegen. Auch Felix Mendelsohn fand 1831 bei einer Rückkehr von einer Italien-Reise im Stadthaus Unterkunft. Heute ist das Stadthaus im Besitz der Einwohnergemeinde Unterseen und beherbergt ein Restaurant, eine Galerie, das Zivilstandsamt und den Spitexverein.






Kurörtliche Einrichtung

Zu den wichtigen historischen Bauten gehört der Kursaal. Das «Kurhaus Interlaken» wurde in den Jahren 1858/59 gebaut und diente zuerst als Molkenkuranstalt, hatte aber auch Lokale für Lektüre, Spiel, Konversation, Restauration, Musik und Bälle. Was in Europa Rang und Namen hatte, ging dort ein und aus.

Texte und Bilder: Interlaken Tourismus










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